Was ist eigentlich in der Nase los?

Funktion der Atemwege

Fünf Mio. Liter Luft durchfluten jährlich unsere Atemwege. Die Nase als Eintrittspforte ist dabei hohen Belastungen ausgesetzt, denn mit jedem Atemzug dringt eine Vielzahl von Staub- und Schmutzpartikeln, aber auch von Krankheitserregern in die Atemwege ein. Neben der Aufgabe, die einkommende Atemluft zu befeuchten und zu temperieren, ist es daher eine weitere Hauptaufgabe der Nasenschleimhaut eindringende Partikel aufzufangen und abzutransportieren.

Unsere Nase hält uns gesund

Keime, Schmutz und Staub werden dazu mittels einer klebrigen Schleimschicht aufgefangen und von den Flimmerhärchen auf einer Flüssigkeitsschicht ähnlich wie auf einem Förderband in den Rachen transportiert. Hier werden sie automatisch und unbemerkt verschluckt und dann von der Magensäure unschädlich gemacht. Auf dem gleichen Weg reinigt sich auch die Lunge: Auch hier sorgen die Flimmerhärchen dafür, dass keim- oder schmutzbelasteter Schleim so schnell wie möglich nach oben in den Rachen transportiert und dann auf gleichem Wege inaktiviert wird.

Wieso ist die Nase zu?

Normalerweise bleiben Krankheitserreger, Schmutz und Staub an den Sekretplacken der Schleimschicht haften und werden von den Flimmerhärchen in den Magen abtransportiert, wo sie unschädlich gemacht werden. Dazu vollziehen die Flimmerhärchen in der dafür wichtigen Flüssigkeitsschicht eine typische Schlagbewegung.

Sind die Atemwege zu trocken (z. B. durch Heizungsluft oder Klimaanlage), funktioniert dieser Selbstreinigungsmechanismus nicht mehr. Die Flüssigkeitsschicht trocknet aus oder wird so flach, dass die Flimmerhärchen ihre typische Transportbewegung nicht mehr ausführen können. Der Schleim bleibt auf der Flüssigkeitsschicht liegen – Viren können so in die Schleimhaut gelangen und Bakterien können sich dort vermehren. Das macht anfällig für Infekte, im Zuge derer es zu pathophysiologischen Reaktionen wie geschwollenen Schleimhäuten oder starker Sekretproduktion kommt.

Aufbau der Schleimhaut